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Rosemarie Nitribitt – Der deutsche Mythos

Rosemarie Nitribitt Edel Callgirl

Wenn der Name Rosemarie Nitribitt fällt, gibt es viele nachdenkliche Gesichter und lange Geschichten. Die deutsche Edelnutte, die am 01. Februar 1933 in Düsseldorf  geboren wurde, wusste, wie sie den Männern den Kopf verdrehen konnte und steht bis heute für einen ungeklärten Kriminalfall, der in die Geschichte eingegangen ist. Bis heute reicht ihr Ruhm, der sogar in mehrere Filme langte, in denen ihre mysteriöser und zugleich traurige Geschichte erzählt wird.

Rosemarie Nitribitt eroberte die Männer

Geboren wurde sie als Maria Rosalia Auguste Nitribitt. Sie wuchs in weniger harmonischen Verhältnissen in Düsseldorf auf und lernte schnell, dass sie eine ganz besondere Wirkung auf das männliche Geschlecht hatte. Ihre Mutter brachte drei Kind, von drei verschiedenen Männern, zur Welt. 1939 übernimmt die Kreisfürsorge in Mayen die Pflegschaft für Rosemarie und ihre Schwester Irmgard. Ihre Mutter wird derweil als schwachsinnig eingestuft, der Vater ist unbekannt. Rosemarie kommt als sechsjährige zu Pflegeeltern, die aber vom Alter her ihre Großeltern sein könnten. Die Pflegschaft wurde einzig übernommen, um die kleine Rente aufbessern zu können …

Mit elf Jahren wurde Rosemarie von einem Mann aus der Nachbarschaft vergewaltigt. Alles änderte sich in ihrem Leben. Das war mitten in den Kriegswirren. Der junge Täter, gerade 18 Jahre alt, wurde zur Wehrmacht eingezogen und konnte nicht mehr verfolgt werden. Ob diese Tat ein Auslöser für ihre spätere Tätigkeit war, lässt sich heute nur ungenau klären. Dazu gibt es viele unterschiedliche Meinungen.

Fakt ist aber, dass sie bereits als Heranwachsende Geld mit Prostitution verdiente. Als minderjährige Prostituierte wurde sie aufgegriffen und in ein Erziehungsheim gesteckt. Von dort riss sie immer wieder aus, am Ende landete sie für fast ein Jahr, ab 1952, in der Rheinischen Landes-Arbeitsanstalt Brauweiler. Dort hatten die Erzieher Mühe, die Heranwachsende im Zaum zu halten. So wurde Rosemarie Nitribitt  schon vor dem 21. Lebensjahr als volljährig erklärt, um entlassen werden zu können.

Der Mercedes wurde zu ihrem Markenzeichen

 Aus einem späteren Interview heraus, erklärte sie, dass es die Arbeit als Prostituierte nicht nur eine Notwendigkeit gewesen war, um Geld zu verdienen, sondern auch Spaß machte. Letzteres vor allem, als Rosemarie eine junge attraktive Frau wurde und Zugang zur besseren Gesellschaft erhielt. Da war sie bereits eine der Edelnutten in Frankfurt am Main.

Rosemarie Nitribitt öffnete die Tür zur feinen Gesellschaft

Als sie dort ankam, hatte sie erreicht, was sie wollte. Der Weg dahin war jedoch nicht ganz so einfach. Fleißig, akribisch bereitete sie sich darauf vor. Alles das, was in den Erziehungsanstalten fehlschlug, brachte sie sich nun selbst bei. Gutes Benehmen, sie besuchte Sprachkurse wie Englisch und Französisch. Die Männer waren ihr zugewandt. Einer ihrer Kunden schenkte ihr damals, das war 1954, einen Opel Kapitän. Ein teures Geschenk. Doch an exklusive Geschenke hatte sich Rosemarie längst gewöhnt. Als Edelprostituierte, oder Escort Dame -wie man heute sagen würde-, verdiente sie gut und die Geschenke ihrer Verehrer waren oft sehr luxuriös.

Nicht weniger als 1.000 DM (heute umgerechnet, mit Inflation, ca. 2.600 Eur.) bezahlten die gut betuchten Verehrer, für einen Besuch in ihrem diskreten Appartement, das am Eschenheimer Tor lag.

Doch das Ende nahte relativ schnell. Rosemarie Nitribitt  ging als mysteriöser Mordfall in die Geschichte ein, der bis heute nicht geklärt wurde. Am 01. November 1957, da war sie gerade erst 24 Jahre jung, wurde sie mit einer Platzwunder am Kopf und weiteren Würgemalen in ihrer Wohnung gefunden. Sie wohnte damals an der vornehmen Adresse in der Stiftstraße 36 (Frankfurt am Main). Ohnehin war das Leben für Prosituierte damals nicht ungefährlich. Die Polizei, damals ganz anders als heute, war korrupt und mischte teilweise auch gerne in der Szene mit. Im gleichen Jahr, nur ein paar Monate früher, wurde Magdalena Müller in Berlin-Charlottenburg erdrosselt.

Sie starb 1957 in Frankfurt am Main

Ein weiterer, ähnlicher Fall ereignete sich 1966. Die Edel Prostituierte Helga Matura hielt mit ihrem Mercedes Ausschau nach einem Kunden, als sie ebenfalls ermordet wurde. Auch dieser Fall wurde erstaunlicherweise nie aufgeklärt …

Kein Vergleich zu den heutigen Zeiten

In den Nachkriegsjahren wurden Prosituierte geduldet, erlaubt war es aber nicht. Gewalttaten und Morde kamen immer wieder vor und wurden von den Behörden nur zögerlich aufgeklärt. Die leichten Frauen aus dem Gewerbe hatten keine Prioritäten.

Mittlerweile hat sich vieles geändert. Rosemarie Nitribitt würde heute nicht mehr als Edelprostituierte bezeichnet werden, sondern als High Class Escort Girl. Auch das Geschäftsmodell ist in den heutigen Zeiten ganz anders. Damals gab es vor allem Solo-Damen (Independent-Escort), die ohne Beschützer tätig waren. Die Männer waren rücksichtsloser.

Mittlerweile wurde die Prostitution im Jahre 2002 in Deutschland legalisiert. Das hat die Branche grundlegend geändert. Zuhälter oder Zwangsprostitution gibt es in Deutschland nicht mehr. Frauen, die heute im Paysex Bereich (Escort, Bordell und Co.) tätig sind, können ihren Geschäften sicher nachgehen. Auch vor der Polizei müssen sie keine Angst mehr haben. Viele Escort Damen arbeiten mit professionellen Begleitagenturen zusammen. Aura Escort aus Frankfurt am Main ist dafür ein gutes Beispiel. Kunden werden vorab geprüft, es gibt unterschiedliche Sicherheitsmaßnahmen. Das Geld darf legal verdient werden und die Männer behandeln die Callgirls heute mit hohem Respekt.

Damals war das aber etwas ganz anderes. Frauen hatten insgesamt noch keinen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Teilweise konnten sie bis spät in die 1960er Jahre hinein ,nicht ohne den Mann ein Konto eröffnen. Der Ehemann konnte sogar ihren Job beim Arbeitgeber (ohne ihre Zustimmung) kündigen. Alles das verdeutlicht, wie schwer es Rosemarie Nitribitt als emanzipierte Frau damals gehabt haben musste.

Was man über ihren Tod weiß

Die Behörden konnten oder wollten das Verbrechen nicht aufklären. Es gab immer wieder Aussagen, dass die Polizei absichtlich Beweismaterial zurückhielt oder sogar vernichtet habe. Rosemarie Nitribitt  wurde in Düsseldorf auf dem Nordfriedhof beerdigt. Makaber daran, dass sie ohne ihren Kopf beigesetzt wurde, dieser wurde abgetrennt und verblieb bei der Frankfurter Polizei. Der Kopf diente als Lehrmittel und wurde später im Kriminalmuseum ausgestellt. 50 Jahre hat es gedauert, bis die Polizei erbarmen zeigte und den Schädel freigab. 2008 wurde dieser dann endlich in ihr Grab beigefügt.

Vernommen wurden teilweise hochgestellte Persönlichkeiten, die den Umgang mit dem Escort Girl pflegten. Auch Angehörige der Krupp Familie waren darunter zu finden, ebenso wie bekannte Politiker und der spätere Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger. Sie führte ein Notizbuch, in dem all die großen Namen der damaligen Zeit standen. Auch normale Bürger waren in den Notizen zu finden. So wurde ein Landebesitzer aus München über Monate beschattet, später mehrfach verhört. Er tauchte in ihrem kleinen Notizbuch mit dem Vermerk München und Düsseldorf auf. 12 Stunden, nachdem man ihm mitteilte, dass die Ermittlungen eingestellt werden, erlitt er einen tödlichen Herzinfarkt.

Insgesamt kam es bei den Ermittlungen zu zahlreichen Pannen. Bis heute lastet über der Kriminalpolizei Frankfurt am Main der Verdacht einer planmäßigen Vertuschung. Akten verschwanden zudem spurlos.

Der Hauptverdächtige

Der 34-jähirge Handelsvertreter Heinz Christian Pohlmann, damals ein Freund von Rosemarie, galt lange Zeit als Hauptverdächtiger. Er wurde angeklagt, die Anklage wurde ab mangels Beweisen 1960 eingestellt. Bis heute bleibt unklar, wer tatsächlich für den Mord verantwortlich ist. Die Unterlagen zu dem damaligen Gerichtsverfahren gegen Pohlmann befinden sich im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden.

Als Edelprostituierte in die Geschichte eingegangen

Rosemarie Nitribitt  liebte das Leben. Als Callgirl, Escort Dame, verdiente sie sichtlich gut. Schon 1956, ein Jahr vor ihrem Tod, konnte sie sich einen Mercedes Benz 190 SL mit Ledersitzen leisten, der auch zu ihrem Markenzeichen  wurde. Die Kriminalpolizei gab an, das Rosemarie etwa 100.000 DM (heutiger Wert inkl. Inflation, ca. 270.000 Eur.) unversteuert im letzten Lebensjahr verdient habe. Damlas ein unglaubliches Vermögen.

Bis heute gibt es zu dem Fall und ihrer Lebensgeschichte Filme, Hörspiele und auch Romane. Der erste Roman wurde 1958 durch Erich Kuby geschrieben. Sein Roman Rosemarie Des Deutschen Wunders liebstes Kind wurde im gleichen Jahr verfilmt. Weitere Filme und Bücher wurden seitdem veröffentlicht. Dazu kommen zahlreiche Dokumentationen und sogar Bühnenwerke (z.B. Das Musical Das Mädchen Rosemarie). Es bleibt aber unwahrscheinlich, dass der Mord jemals aufgeklärt wird. Dadurch wird Rosemarie Nitribitt weiterhin zu einer Legende einer einzigartigen Zeitgeschichte.

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